Nachhaltige Ernährung


Um den Kampf gegen den Klimawandel anzutreten, müssen wir viele unserer Verhaltensweisen ändern und auf nachhaltigere Alternativen in einigen Lebensbereichen umsteigen. Einer der größten Veränderungen muss in der Art und Weise, wie wir uns ernähren geschehen und deshalb erklären wir dir in diesem Artikel, wie du auf eine nachhaltige Ernährung umsteigen kannst und weshalb das überhaupt so wichtig ist.

Wie ernährt man sich nachhaltig?

Rund 51 Prozent der globalen C02 Emissionen können auf die Lebensmittelindustrie und die damit verbundene Landwirtschaft zurückgeführt werden. Hinzu kommen umweltschädliche Prozesse, wie der Einsatz von Düngern und Pestiziden, die enorme Nutzung von Ressourcen, die für die Produktion benötigt werden und die Nutzung von Land für die Viehhaltung oder den Futteranbau. Das hat natürlich auch fatale Folgen für die Biodiversität auf unserer Erde und trägt massiv zum Artensterben bei. Mehr dazu findest du übrigens in unserem letzten Blogartikel. Ganz abgesehen davon, unter welchen erschreckenden Umständen die Tiere gehalten und unsere Meere überfischt werden.
Lebensmittelindustrie
Aber was versteht man denn nun eigentlich unter nachhaltiger Ernährung? Laut Definition bedeutet eine nachhaltige Ernährung, dass diese geringe Auswirkungen auf unsere Umwelt hat, die Lebensmittelzufuhr heutiger und künftiger Generationen sichert, sowie die biologische Vielfalt und Ökosysteme schützt und respektiert. Außerdem soll nachhaltige Ernährung kulturell angepasst, zugänglich, bezahlbar und gerecht verteilt sein. Aus gesundheitlicher Sicht bezieht das die Aspekte mit ein, dass nachhaltige Ernährung sicher und gesund sein soll und natürliche und menschliche Lebensgrundlagen verbessert werden.
Wie das nun in die Tat umgesetzt werden kann, erklären wir dir in den folgenden Abschnitten. Weiterlesen lohnt sich also!

Viel Obst und Gemüse

Ein erster Schritt zu nachhaltiger und gleichzeitig gesunder Ernährung ist natürlich der Verzehr von Obst und Gemüse. Dabei gibt es allerdings einiges zu beachten:

Auf Plastik verzichten

Verzichte beim Kauf von Obst und Gemüse, wenn möglich auf Plastikverpackungen. Das geht zum Einen dadurch, dass du frische Produkte kaufst und auf Gefrierkost verzichtest. Sollte dir aber ein ganzer Kürbis für den einmaligen Verzehr beispielsweise zu viel sein, kannst du diesen dann zuhause auch einfach in Stückchen schneiden und selbstständig einfrieren. Ein weiterer Tipp, den du sicherlich schon einige Male gehört hast, ist der Verzicht auf die kleinen Plastiktüten aus der Gemüseabteilung. Stattdessen könntest du dir einen Obst- und Gemüsebeutel aus Baumwolle anschaffen, den du immer parat hast. Weitere Tipps, wie du auch in anderen Lebensbereichen auf Plastik verzichten kannst, findest du übrigens hier.

Abwechslungsreiches Obst und Gemüse

Ein großes Problem für unsere Umwelt, ist der Anbau von Monokulturen. So wird zum Beispiel ein artenreicher Regenwald gerodet, um dort einzig und allein Avocadobäume anzupflanzen, damit die hohe Nachfrage nach dieser gehypten Frucht befriedigt werden kann. Daher ist es besser, wenn du dich einfach ein bisschen ausprobierst und versuchst, viele verschiedene Sorten in deine Ernährung einzubauen. Für viele Trendfoods, wie die Acai-Beere gibt es zudem auch wunderbare heimische Alternativen.

Saisonal einkaufen

Versuche deine Obst-und Gemüsewahl möglichst saisonal zu planen. Das heißt einfach die Sorten kaufen, die zur jeweiligen Jahreszeit auch bei uns angebaut, bzw. geerntet werden können. Dadurch verzichtest du auf unnötig lange Transportwege deiner Lebensmittel aus anderen Teilen der Welt. Denn sind wir mal ehrlich, Erdbeeren schmecken im Sommer doch eh viel besser und darauf können wir im Winter wohl verzichten! Gerade zu Beginn ist es sinnvoll sich dabei an einen Saisonkalender zu richten, der dir für jeden Monat eine Übersicht über saisonale Sorten gibt. Dazu findest du zahlreiche Pläne im Internet, zum Beispiel diesen hier.

Selber anbauen

Vielleicht gehst du sogar noch einen Schritt weiter und baust dir einfach dein eigenes Gemüse, Obst und Kräuter an. Transparenter geht gar nicht und wir können dir bestätigen, dass es ein tolles Gefühl ist, die ersten eigenen Tomaten wachsen zu sehen ;) Durch viele Innovationen wird es auch immer leichter, seine eigenen Lebensmittel ohne einen großen Garten und ganz einfach auf dem Balkon oder sogar der eigenen Küche anzubauen. Erkundige dich auch nach Gemeinschaftsgärten in deiner Stadt.
Gartenbau nachhaltige Ernährung Gemeinschaftsgärten

Verzicht auf tierische Produkte

Ein wichtiger Punkt bei der nachhaltigen Ernährung ist der Verzicht auf tierische Produkte. Denn es ist Fakt, dass die vegane Ernährung am ökologischsten ist. Dies liegt zu großen Teilen auch daran, welche Ausmaße der Fleischkonsum in der heutigen Gesellschaft angenommen hat und unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten werden. So werden für die Viehzucht viele Wälder und Regenwälder gerodet, doch gar nicht mal als benötigte Weideflächen, sondern hauptsächlich für den Anbau von Futter, wie Soja. Und wie wir bereits wissen, sind diese Monokulturen eine Gefahr für die dortige Biodiversität. Doch auch Faktoren, wie das Leid der Tiere, die grauenvolle Massentierhaltung, die Gefahr von Zoonosen (Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden), die Antibiotika Resistenz und den Eingriff in die natürliche Nahrungskette, wie durch die Überfischung der Meere, sprechen klar gegen den Verzehr von Fleisch und Fisch, bzw. tierischen Produkten im Allgemeinen.
Welche Alternativen es zum Konsum von Fisch gibt und, dass dieser gar nicht einmal so gesund ist, wie oftmals behauptet, haben wir dir in diesem Blogartikel vorgestellt. Doch auch für Fleisch und andere tierische Produkte gibt es mittlerweile zahlreiche Alternativen. Die besten Quellen für pflanzliche Proteine sind übrigens: Sojabohnen, Linsen, Kichererbsen, Nüsse und Haferflocken.
Falls es dir noch schwer fällt, keine tierischen Produkte mehr zu essen, solltest du dennoch versuchen deinen Konsum zu reduzieren und auf den Ursprung und Haltungsbedingungen der Lebensmittel achten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung reduziert ein bewusster Konsum von Fleisch die Emission von Treibhausgasen schon um zwölf Prozent.

Regional einkaufen

Zur Nachhaltigkeit gehört auch der Aspekt der sozialen Nachhaltigkeit und diese kannst du stärken, indem du dich für kleine und regionale Hersteller entscheidest, statt im großen Discounter einkaufen zu gehen. Ein Besuch auf dem Wochenmarkt oder beim heimischen Landwirt hat außerdem die Vorteile, dass du direkt weißt, woher die Produkte kommen, lange Transportwege vermieden werden und du die Lebensmittel frisch und ohne Zusatzstoffe genießen kannst.

Weniger Lebensmittelverschwendung

Ein wichtiger Teil der Nachhaltigkeit ist es, die gegeben Ressourcen zu schätzen, zu nutzen und nicht zu verschwenden. Wo wir auch schon direkt beim Punkt der Lebensmittelverschwendung wären. Schätzungen zufolge landet 1/3 der Einkäufe in privaten Haushalten der westlichen Länder im Müll. Mit diesen einfachen Tipps kannst du das verhindern:
  • Einfrieren, Einkochen, Konservieren, Einlegen: viele Lebensmittel lassen sich dadurch auch über eine längere Zeit hinweg genießen, ohne schlecht zu werden. Probiere dich doch einfach ein wenig aus!
  • Einkauf mit Einkaufsliste und Wochenplan erstellen: Versuche dir bereits am Sonntag zu überlegen, was du die nächste Woche essen möchtest und dir dazu eine Einkaufsliste zu schreiben. So verhinderst du Impulsivkäufe. Ich mache das auch immer so, dass ich einfach ganz viele Basic-Lebensmittel kaufe, aus denen sich zahlreiche Gerichte zaubern lassen, also Nudeln, Reis, Quinoa, Gemüse, Obst, Brot und Aufstriche.
  • Rabattaktionen und Vorteilspacks widerstehen: Auch wenn manche Angebote sehr verlockend scheinen, solltest du dich fragen, ob du dieses Produkt auch wirklich brauchst und vor allem bei Vorteilspacks, wie z.B. große Mengen an Kartoffeln, ob du diese auch wirklich alle aufbrauchen kannst
  • nach dem MHD noch genießbar: Die meisten Lebensmittel sind auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) noch genießbar und sollten deshalb nicht direkt weggeworfen werden. Versichere dich dennoch, dass diese noch gut sind, in dem du nur kleine Mengen probierst oder Tipps und Tricks aus dem Internet nutzt, beispielsweise um zu erkennen, ob ein Ei noch essbar ist.
  • Nutze Plattformen, die sich dafür einsetzen, dass weniger Lebensmittel im Müll landen: Die gängigsten Portale hierfür sind die App TooGoodToGo oder Foodsharing. In vielen Städten gibt es dazu auch Fairteiler, in denen du kostenlose Lebensmittel abholen kannst. Die Standorte findet man meist über die entsprechende Foodsharing Facebook-Gruppe.
  • Gemüse und Obst, das nicht perfekt aussieht: Leider wird Gemüse und Obst, das nicht der Norm entspricht im Lebensmittelhandel häufig aussortiert. Das Start-Up etepetete möchte dagegen vorgehen und bietet deshalb Boxen voller unperfekter (aber dennoch leckerer!) Lebensmittel an.

Der Umstieg zur nachhaltigen Ernährung

Allerdings lässt sich so ein Umstieg auf eine nachhaltige Ernährung natürlich nicht von heute auf morgen durchführen und deshalb haben wir dir hier eine Anleitung erstellt, wie du deine Ernährung Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten kannst.
  1. Zu Beginn solltest du dir dein bisheriges Konsumverhalten bewusst machen und kritisch hinterfragen. Halte dir z.B. genau fest, wie oft du in der Woche Fleisch oder Fisch isst und in welchen Situationen das geschieht. Greifst du in der Kantine auf fleischhaltige Gerichte zurück, weil es nicht genug vegetarische Optionen gibt? Dann hast du hier schon deinen Lösungsansatz und könntest dir überlegen, in Zukunft dein Mittagessen am Abend zuvor vorzubereiten.
  2. Damit wären wir auch schon beim nächsten Schritt. Durch sogenanntes Meal Prepping kannst du auch in stressigen Zeiten verhindern, dass du dich von Fertiggerichten ernährst. Das ist nicht nur gut für deine Gesundheit und deinen Geldbeutel, sondern spart auch noch Verpackungsmüll.
  3. Darauf kannst du bei deinen Einkäufen im nächsten Schritt auch vermehrt drauf achten und auf Lebensmittel mit Verpackungen aus Plastik verzichten. Noch besser ist natürlich ein Besuch im Bio-Laden, Unverpackt-Laden oder eben auf dem Markt.
  4. Falls du deine Einkäufe nicht eh schon im Bio-Laden tätigst, könntest du dann noch zusätzlich auf die Herkunftsländer und Produktionsbedingungen deiner Lebensmittel achten. Dies lässt sich oft leicht am Bio, FairTrade oder anderen Siegeln erkennen. Der Hersteller Tony Chocolonely setzt sich zum Beispiel für einen sklavenfreien Anbau von Kakaobohnen ein und kennzeichnet die Schokolade entsprechend.
  5. Die höchste Nachhaltigkeitsstufe hast du dann erreicht, wenn du zusätzlich noch auf die Inhaltsstoffe achtest und dabei versuchst, kritische Inhaltsstoffe wie Palmöl zu vermeiden.

Dein treuer Begleiter zu nachhaltiger Ernährung: die App Earnest

Um dich auf dem Weg zur nachhaltigen Ernährung, bzw. allgemein zu einem nachhaltigeren Lebensstil zu unterstützen, können wir die App Earnest wärmstens empfehlen. Sie gibt dir eine einfach Übersicht über deinen ökologischen Fußabdruck und hilft dir durch praktische Alltagstipps, diesen zu verringern. Außerdem wirst du durch spannende Challenges gefordert und mit Prämien für den Planeten, wie das Pflanzen eines Baumes belohnt. In punkto nachhaltige Ernährung glänzt Earnest durch Rezeptideen und Informationen zu Inhaltsstoffen! Aber schau dich doch gerne einfach mal selbst um! Noch mehr über die App Earnest erfährst du übrigens hier.
Du siehst also, durch unsere Ernährungsweise können wir schon so viel für unsere Erde tun und dazu beitragen, die Artenvielfalt zu schützen!

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